Hiddensee_Wappen_1

Oskar Kruse (1847–1919), ein mit einem Holzhandel zu einigem Vermögen gelangter Kaufmann, seit 1889 Maler, erwarb in Kloster ein etwa 2,5 Hektar großes Grundstück, um sich an dessen höchster Stelle ein Sommerhaus errichten zu lassen. Aus einem von Kruse ausgeschriebenen Wettbewerb ging das Berliner Architektenbüro „Spalding & Grenander“ als Sieger hervor. Alfred Grenander entwarf die Inneneinrichtung, Otto Spalding die Architektur. Der backsteinerne Bau besitzt ein Sockelgeschoss aus einheimischen Findlingen. Vor allem die Inneneinrichtung ist im Jugendstil gehalten. Das Haus hat 15 Wohn- und Arbeitsräume und einen eigenen Aussichtsturm. Kruse gab dem Anwesen den Namen Lietzenburg in Anlehnung an seine Berliner Wohnadresse (Lietzenburger Straße). Er machte seinen Sommerwohnsitz zu einem beliebten Treffpunkt mit anderen Künstlern und Schriftstellern, die die Natur und die Abgeschiedenheit auf dieser kleinen Ostseeinsel schätzen lernten. Nach dem Tod des Malers erbten der Bruder Max Kruse und seine Ehefrau Käthe (Puppenherstellerin) das Anwesen. Sie setzten die begonnene Tradition fort und hatten unter anderem Max Reinhardt, Gerhart Hauptmann, Thomas Mann, aber auch Wissenschaftler wie Albert Einstein und Gustav Hertz zu Besuch. In den späten 1920er-Jahren verringerte sich das Interesse an den Salons der Kruses: Im Nachbarort Vitte hatte sich um die Berliner Malerin Henni Lehmann eine eigene kleine Künstlerkolonie entwickelt. Über die Jahre 1933 bis 1949 ist nichts über die Lietzenburg bekannt, sehr wahrscheinlich gab es kaum noch „Künstlertreffs“ und die Kruses verbrachten hier ihre Sommermonate. Die Sanierung wurde im Juli 2013 abgeschlossen, eine Nutzung der Lietzenburg durch Feriengäste ist seit August 2013 möglich (www.wikipedia.org)